Anwalt der BevölkerungFlunterns Quartierverein

Von Affoltern bis Zürich rechts der Limmat – 25 Quartiervereine gibt es in Zürich. Sie alle arbeiten ehrenamtlich. Die Stadt Zürich unterstützt ihre Aktivitäten finanziell. In bescheidenem Umfang. 
Zwei Schwerpunkte prägen die Arbeit der Quartiervereine: Die Organisation von Veranstaltungen die zum Zusammenhalt der Bewohneinnen und Bewohner in den Quartieren beitragen sollen und die Interessenvertretung der Quartiere gegenüber den Verwaltungen von Stadt und Kanton. 
Dies allerdings nur mit Einschränkung. Denn die Quartiervereine sind nicht «klageberechtigt», d.h. der juristische Weg bleibt ihnen verschlossen. Sie können nur fordern, ersuchen, bitten. Oft mit mageren Ergebnissen: 
So ersuchen im Januar 2011 die Präsidenten der Quartiervereine Hottingen und Fluntern, Schmassmann und Altherr, die Baudirektion des Kantons Zürich um Auskunft darüber, wie die Gebäude des alten Kinderspitals genutzt werden sollen, wenn das geplante neue seinen Betrieb aufgenommen habe. Die Antwort: «Da das Grundstück frühestens 2018 einer neuen Nutzung zugeführt werden kann, bleibt genügend Zeit. [...] Markus Kägi, Regierungsrat.» 
14 Jahre später: Das neue Kinderspital ist seit 2024 in Betrieb, aber die Nutzung der Gebäude des ehemaligen Kinderspitals steht auch 2025 immer noch nicht endgültig fest … 
Symptomatisch für das Verhältnis zwischen Verwaltungen und Anliegen der Quartiervereine ist auch der seit Jahrzehnten andauernde Einsatz des Quartiervereins Fluntern für eine Lösung der Verkehrsprobleme am Vorderberg. (Flunterns Herz – Der Vorderberg)

Stossseufzer:
«Es wird als Hinderung empfunden, dass die Behörden auf Eingaben und Anregungen vielfach gar keine Antwort geben.» (Eugen Lang, Präsident Quartierverein Zürichberg 1929)
«Die Behandlung aller Verkehrs- und Bauprobleme ist ausserordentlich aufwendig, in der Ausführung sehr schleppend und verlangt viel Einsatz und Geduld.» (Thomas Holzer, Präsident Quartierverein Fluntern 1990)
Immerhin: Jedes Jahr besucht der Stadtrat einen der Quartiervereine und lädt die Präsidenten der Quartiervereine zu einem Meinungsaustausch ins Muraltengut ein …

Identität bewahren

1893 – «Gross-Zürich» entsteht. Auch die Männer von Fluntern hatten der Eingemeindung zugestimmt. Wenn auch nur knapp und mit «unheimlichen Gefühlen». Denn das ursprünglich bescheidene Weinbauerndorf Fluntern mit seinen 3400 Einwohnern gehörte inzwischen zu den bestsituierten Vororten von Zürich und war auf die Eingemeindung nicht angewiesen. Die Bedenken, in der neuen «Grossstadt» Zürich ihre Fluntermer Identität zu verlieren, waren gross. 

1983 – «Die Euphorie, zu einer grossen Stadt zu gehören, ist abgeklungen. Heute kämpft Fluntern um mehr Wohnlichkeit und damit mehr Menschlichkeit. Speziell der Quartierverein zielt nur auf das Eine hin, nämlich ein Stück Heimat und Nähe zu schaffen.» (Cécile Brändli)

Nach der Gründung eine Fusion

18. März 1898: «Im Plattengarten versammelten sich am Mittwochabend gemeinsam der Quartierverein und der Gemeindeverein zur Besprechung der Verschmelzung ihrer Vereine. [...] Die Fusion des Gemeindevereins und des Quartiervereins zu einem stärkeren Quartierverein wurde mit Mehrheit beschlossen.» (NZZ 10.3.1898)

Sein Ziel: «Ein Stück Heimat und Nähe zu schaffen.» 
Mitgliederbeitrag: Zwei Franken pro Jahr. 

In den nächsten Jahren nimmt Fluntern einen rasanten Aufstieg. Das ehemalige Weinbauerndorf wird zum begehrten Wohnquartier. Aber auf unterschiedliche Art. Oberhalb der Alten Kirche, seit 1895 Endstation des Tram, werden die ehemaligen Weinberge immer mehr mit repräsentativen Villen überbaut. Bis hinauf zum Waldrand. Unterhalb der Alten Kirche dagegen wird Fluntern zunehmend von den Instituten der Universität, der ETH und des Universitätsspitals geprägt. 

Damit ändert sich auch die Struktur der Bevölkerung. Ihre gemeinsamen Interessen nehmen mit den Jahren immer mehr ab.

Die Trennung

Die Folge: Am 4. Oktober 1924 kommt es zur Spaltung im Quartierverein Fluntern. Ausdrücklich wegen der «auseinander strebenden Interessen der Einwohner unter- und oberhalb der Kirche». 
Folgerichtig nennt sich die neue Organisation: «Quartierverein Zürichberg».

In den nächsten Jahrzehnten gibt es damit zwei Quartiervereine in Fluntern. 
Jeder vertritt die Interessen seiner Mitglieder: 
«Herr Kuriger sucht um Einleitung von Schritten gegen die Belästigung der Anwohner durch den Hund von…» ( QV Zürichberg 1934) 
oder, Schutz für die Automobilfahrer: 
«Eine Anregung an den Polizeivorstand von Zürich: … es sollten die für das Schlittlen geöffneten Strassen bezeichnet werden, damit die Automobilfahrer sich vorsehen können …» (ebenda 1938) 
oder: 
«Das Projekt der Errichtung eines Sportplatzes bei der Allmend Fluntern, der für die Studentenschaft der Hochschulen bestimmt ist, begegnet einer lebhaften Kritik … ( ebenda 1940)

Finanziell geht es dem «neuen» Quartierverein trotz massvoller Mitgliedsbeiträge gut. Sein Vermögen nimmt zu. Auf 3980.00 Fr. im März 1934. «Beschluss: Der Präsident schlägt vor, das Vereinsvermögen erst dann in Obligationen anzulegen, wenn 5000.00 Fr. überschritten sind.»

Schwierig wird das Verhältnis der nun zwei Fluntermer Quartiervereine zueinander. 
Sie stehen sich durchaus nicht immer freundschaftlich gegenüber:
«Da unsere Mitgliedschaft für eine gemeinsame Veranstaltung der Fluntermer Vereine kein grosses Interesse zeigt, wird beschlossen, die Teilnahme im Jahre 1937 zu verneinen» (QV Zürichberg 17.12.1936) 
Waren dies nicht mehr als Animositäten, so entstand Mitte der dreissiger Jahre ein handfester Streit zwischen den beiden Quartiervereinen.

Rückblick

Im April 1873 hatte Flunterns Gemeindeversammlung entschieden: Wir bauen uns ein neues Schulhaus. Und zwar an der Hochstrasse. Nur 20 Monate später konnte es eingeweiht werden:

«Das bedeutsame Ereignis gab Anlass zu einem grossen Gemeindefest, in dessen Mittelpunkt ein farbenreicher Festumzug und abends in einer Festhütte ein sollennes Bankett stand. Vom fortschrittlichen Geist, der in der Schule herrschte, zeugte eine Inschrift auf dem Festplatz:

Heut weint im Wald der Haselstrauch, 
Die Birke und die Weide; 
Ihr Regiment ist nicht mehr Brauch; 
Im Schulreich herrscht jetzt Freude!»

Die Freude hielt nicht lange an. Konnte sie auch nicht. Denn immer mehr Menschen zogen nach Fluntern. 1930 hatte sich seine Einwohnerzahl gegenüber dem Jahre 1873 mehr als verdoppelt: von 3500 auf über 7000 im Jahre 1930. Das Schulhaus aus dem Jahre 1873 wurde zu klein. Ein neues, grösseres Schulhaus musste gebaut werden. 

Aber wo soll es gebaut werden?

Die Stadt Zürich und der Quartierverein Fluntern priorisieren den Abriss des Schulhauses von 1873 und einen Neubau an gleicher Stelle. 
Dagegen wehrt sich der Quartierverein Zürichberg: «Wir im oberen Gebiet des Zürichbergs können uns nicht damit abfinden …» Und: «den geplanten Grossbau an der Hochstrasse zu verhindern, ist unsere Aufgabe». So der Präsident des Quartiervereins Zürichberg Lang im September 1937. 
Und er betont, dass «der geplante Grossbau an der Hochstrasse keine Zierde Flunterns» sein werde, weil, dort grosser Verkehr beim alten Kirchlein, Lärm, grosse Gefahr für die Schulkinder» vorhanden sei.  
Folgt eine direkte Attacke auf den Quartierverein Flunterm: «Es ist nicht verständlich, dass der QV Fluntern uns im Stich lässt.» (28. April 1938)

Nachdem der Entscheid für den Standort am Vorderberg gefallen war – wieder ein Verweis auf die unterschiedlichen Interessen «oben» am Zürichberg und «unten» –: «… der obere Zürichberg missgönnt dem Quartier Fluntern keineswegs ein den dortigen Bedürfnissen angemessenes Schulhaus. Die Eltern verwahren sich aber dagegen, dass ihren Kindern auf Jahrzehnte hinweg ein geradezu unsinniger Schulweg zugemutet wird» (16.6.1938 Tagesanzeiger)

Aller Protest des Quartiervereins Zürichberg nutzt nichts. Flunterns neues Schulhaus wird am Vorderberg gegenüber der Alten Kirche gebaut. Im September 1942 wird es eröffnet: «In jenem Jahr, als die Alliierten die ersten deutschen Städte in Schutt und Asche bombten, wurde in Fluntern ein strahlender Neubau errichtet. Das halbe Quartier war versammelt, als am 26. September 1942 das neue Primarschulhaus eingeweiht wurde …». (Tagblatt 21.9.1942)

Dazu der Kommentar des Quartiervereins Zürichberg: «Wir haben zu der auf den 26. September vorgesehenen Einweihungsfeier für das neue Schulhaus an der Hochstrasse drei Einladungskarten erhalten. Kostenlos.» 
Eine Niederlage für den Quartierverein Zürichberg. Aber man blieb dran. Bereits zwei Jahre später wurde dem Schulamt der Stadt der Antrag zum Bau eines eigenen Primarschulhauses oben am Zürichberg eingereicht. 1955, also elf Jahre später, konnte es als «Unterstufenschulhaus» eröffnet werden.

Die Wiedervereinigung

Ob die Erfüllung ihrer jahrelang vom Quartierverein Zürichberg vertretenen Forderung nach einem Schulhaus oben am Zürichberg zur Annäherung der beiden Quartiervereine beigetragen hat, bleibt offen. Wahrscheinlicher ist, dass in den sechziger Jahren Fluntern enger zusammenrückte, sich die Erkenntnis durchsetzte, dass die zu lösenden Probleme doch besser gemeinsam angegangen werden könnten.

6. Mai 1965: Im Restaurant «Morgensonne» am Zoo findet eine gemeinsame Jahresversammlung der Quartiervereine Fluntern und Zürichberg statt. Einstimmig wird beschlossen: die beiden Vereine schliessen sich zusammen. 
Nach vierzig Jahren Trennung gibt es ab jetzt wieder nur den: Quartierverein Fluntern.

Zwanzig Jahre danach, 21. März 1985: «Mit der heutigen Mitgliederversammlung sind es zwanzig Jahre her, seit Fusion der Quartiervereine Fluntern und Zürichberg. Herr Welti war damals die treibende Kraft zu dieser Vereinigung. Ihm, wie auch den übrigen Mitgliedern des Gründungsvorstandes, den Herren Bitterli, Mürther, Röthlichsberger und Koller sei für ihren Einsatz für unser Quartier herzlich gedankt. Möge unser Quartier gedeihen und sich weiter so erfreulich entwickeln wie in den vergangenen Jahren.» Werner Aebli, Präsident

Sisyphos lässt grüssen

«Der Verein wahrt die Interessen des zürcherischen Stadtquartiers Fluntern gegenüber Behörden … Er unterstützt die Bestrebungen zur Gestaltung eines lebendigen Quartiers …»

So knapp und allgemein sind in seinen Statuten jene zwei Bereiche festgehalten, in denen der Vorstand des Quartiervereins aktiv ist: 
1. die Organisation von Veranstaltungen, die zur Lebensqualität, zu einem Miteinander in Fluntern beitragen sollen,  
und: 
2. die Vertretung der Interessen, der Wünsche und der Forderungen seiner Mitglieder gegenüber den Verwaltungen von Stadt und Kanton, Teilnahme an «runden Tischen», Organisation von Petitionen, Kontakte zu Gemeinde- und Kantonsräten. Vom Vorstand zum Meinungsaustausch gebeten werden deshalb vor Gemeinderatswahlen immer wieder Kandidaten verschiedener Parteien.

Von Räbeliechtlis und Stadträten

«Es ist charakteristisch für unser Quartier, … dass kaum ein Bedarf an Aktivitäten zur Unterhaltung und Bildung festzustellen ist. Unsere Bevölkerung weiss sich selbst zu unterhalten …» Werner Aebli 
Das war im Jahre 1980. Da mag der Präsident des Quartiervereins noch unter den Nachwirkungen der «Beinahe-Pleite» des Quartiervereins nach der misslungenen Tramtaufe von 1977 gestanden haben, denn das änderte sich rasch. 

Acht bis zehn Anlässe bietet der Quartierverein jährlich an und in der Regel werden sie alle gut besucht.

Da sind zunächst die traditionellen, jedes Jahr stattfindenden Anlässe wie der «Adventsapero unter den Vorderberg-Arkaden», Führungen durch den Zoo, der Räbeliechtliumzug, das Weihnachtssingen der Kinder in der Grossen Kirche oder das Sommerfest «Unter den Kastanien» auf der Terrasse vor der Grossen Kirche. Auch schon einmal dazu genutzt, Fluntermer Anliegen deutlich sichtbar zu vertreten. Wenn auch wie beim Rebberg nur mit halbem Erfolg.

Dazu ist in den letzten Jahren die Reihe «Augenöffner» von Lorenzo Käser gekommen, die «Fluntermer Spaziergänge: Lebendige Medizin- und Kulturgeschichte im Spital- und Hochschulquartier Fluntern».

Noch in den siebziger Jahren gehörte die «1. Augustfeier» zum Standard, auch «Flohmärkte für Kinder», später waren es dann thematische Reihen wie «Politik und Kultur», zu denen die Stadträte Karin Rykart, Andre Odermatt, Martin Vollenwyder, der Kulturdirektor der Stadt, Peter Haerle oder, aus dem Kulturbereich, Barbara Frey, Direktorin des Schauspielhauses, Hanna Scheuring , Leiterin Bernhardtheater oder Daniel Rohr vom Theater Rigiblick nach Fluntern kamen. Und ab und an organisiert der Quartierverein Veranstaltungen zu speziellen Anlässen.

So als er 2017 bei der Stadtverwaltung fragte, was für Fluntern anlässlich «125 Jahre Eingemeindung» geplant sei, und die Antwort erhielt: Gar nichts. 
Dieses Desinteresse akzeptierte der Quartierverein nicht. Seine Reaktion: Dann machen wir eben selbst etwas.  
Das Resultat: Die szenisch-musikalische Collage «Zürich bei Fluntern». Speziell dafür wurde ein Chor gegründet, die musikalische Einstudierung übernahm Andreas Wildi, Organist der ref. Kirche, als Sprecherinnen un Sprecher wirkten prominente Fluntermer mit. Und dazu kam noch die repräsentative Fotoausstellung «Fluntern erzählt» im Schulhaus Fluntern.

So die Reaktion des Quartiervereins auf das Desinteresse der Stadt an Fluntern.  
Übrigens: Die Stadt Zürich reagierte dann doch noch. Sie erbat «Fluntern erzählt» für eine Ausstellung im Stadthaus.

Knochenarbeit

In den Statuten wird dieser Teil der Arbeit des Vorstands als «Interessenvertretung» bezeichnet. 
Stossseufzer: «Hunderte Briefe wurden geschrieben, Aktionen geprüft und vorbereitet …», so der Präsident Werner Aebli 1979. 
Stossseufzer: «Die Behandlung aller Verkehrs- und Bauprobleme ist ausserordentlich aufwendig und in der Ausführung sehr schleppend und verlangt viel Einsatz», so Thomas Holzer elf Jahre später. 
Knapper formulierte es die Präsidentin Luzia Schwegler in ihrem Jahresbericht 1998: «… viel Knochenarbeit hinter den Kulissen» bei der «Interessenvertretung» Flunterns durch den Quartierverein. 

Mitunter kann der Quartierverein dabei auch auf Erfolge, wenn auch eher kleinere, verweisen:  
1985: «Als wichtiges Ereignis ist die Zusage der Stadt, den Ausbau des Spielplatzes Siriuswiese mit einem Beitrag von Fr. 25.000 zu unterstützen, zu vermerken.» 
1990: «Das Gartenbauamt konnte nach heftigem Drängen unseres Quartiervereins erfreulicherweise mit dem Ausbau der Schlössliwiese als Spielplatz beginnen.»

Und Geduld, sehr viel Geduld ist da gefragt.

Im Wesentlichen sind es vier Komplexe, mit denen sich die Vorstände auseinanderzusetzen hatten. Teilweise seit Jahrzehnten.  
Der Zooverkehr 
Der Vorderberg 
Der Quartiertreff, und seit etwas kürzerer Zeit 
Das Hochschulgebiet Zürich Zentrum

Die Bilanz 2025:

Zooverkehr

Je attraktiver der Zoo für Besucherinnen und Besucher wurde, desto massiver wurde die Belastung des Quartiers durch den Verkehr. 

An der Erarbeitung des vom Stadtrat 2022 in Auftrag gegebenen Konzeptes zur Verbesserung der Verkehrssituation am Zoo war der Quartierverein von Beginn an beteiligt: «Die ersten Verbesserungen seien sichtbar», so Martin Schneider, Präsident des Quartiervereins Fluntern.
Letzter Stand 2025 – nicht unumstritten: Bau einer Parkgarage am Zoo.

Vorderberg

Als 1973 der Umbau des Vorderbergs zu einem «Grosskreisel» abgeschlossen war, charakterisierte das die NZZ: «Das Gelbe vom Ei ist es nicht». Aus Flunterns Zentrum wurde eine «Verkehrsinsel».

Seit über einem halben Jahrhundert kämpft der Quartierverein um eine Lösung, die Fluntern wieder ein Zentrum bieten kann. Konzepte und Pläne, auch Termine für deren Umsetzung, gab es ein gutes Dutzend. Dazu der Vorstand 2025: «… die Umsetzung der ersten Hälfte unseres Quartierplatzes, die Seite Vorderberg, verzögert sich ein weiteres Mal. Im Oktober dieses Jahres informierte der Projektleiter, dass einer der Einsprechenden gegen die Festsetzung des Projekts Rekurs eingelegt hat.» 

Ohne Resultat also auch nach 52 Jahren. 
Aktuell geht die Stadt von einem frühesten Baustart ab Frühjahr 2026 aus.

Flunterns Herz – Der Vorderberg

Ein zähes Ringen – Flunterns Quartiertreff

Jahresbericht des Präsidenten des QVs 1981: «Frau Kretz begann im Sommer mit den Vorbereitungen zum Quartiertreff, welcher voraussichtlich Gestalt annehmen wird.»  
Er nahm «Gestalt» an, wenn es auch noch 17 Jahre dauerte und des Einsatzes nicht nur des Quartiervereins, sondern vieler Persönlichkeiten aus dem Quartier bedurfte, bis das LOKAL, der Quartiertreff Fluntern, 1998 eröffnet werden konnte. 

Ein Erfolg auch für den Quartierverein.

Das Hochschulgebiet Zürich Zentrum

Ebenfalls ein Uraltthema für den Quartierverein: «Im Sommer 1976 hatte ich Gelegenheit, die Interessen unseres Quartiers zu Sonderbauordnung Hochschulquartier zu vertreten. ... Bekanntlich leiden die ETH, die Universität und das Kantonsspital an ständiger Raumnot. Die Institutsbetriebe wichen in die angrenzenden Wohngegenden aus und verdrängten dort besten Wohnraum … Ich muss Ihnen sagen, dass diese Angelegenheit einen für uns enttäuschenden Verlauf nimmt, da die Hochschulen offenbar nicht erkannt haben wie ernst die Probleme sind ...», so Werner Aebli, der Präsident des Quartiervereins im März 1977.

Da hat sich einiges geändert. Aber während bei der Planung vom «Hochschulgebiet Zürich Zentrum» der Quartierverein mit einbezogen wurde, einige seiner Forderungen wie «Rückführung von Wohnraum» oder «Durchwegung» akzeptiert wurden, waren ihm beim Streitpunkt «Höhe der geplanten Neubauten» – aus juristischen Gründen – die Hände gebunden. Als Partner ernst genommen wurde er jedoch.

Generalversammlungen

Über diese permanent zu leistenden Arbeiten hat dann der Vorstand auf der jährlichen Generalversammlung gegenüber seinen 700 Mitgliedern Rechenschaft abzulegen und sich zur Wahl zu stellen. Eine notwendige, aber nicht immer inspirierende Veranstaltung. 
Dem versucht der Vorstand des Quartiervereins Fluntern entgegenzuwirken. 

Seine Generalversammlungen finden an für das Quartier interessanten Orten statt: 
2018 im Kursaal vom Hotel Zürichberg mit anschliessender Aufführung «Zürich bei Fluntern»,  
oder 
2022 in der «Stadtoase» auf dem Gelände des legendären «Vereins für Volksgesundheit»  
oder  
2025 im «Paul Scherrer Hörsaal» des neuen Gebäudes Cube der ETH an der Gloriastrasse (GLC): «Die GV beginnt mit einer anschaulichen Schilderung der Möglichkeiten, die das neue Institutsgebäude GLC für Forschung und Lehre an der ETH bietet durch Frau Prof. Christina Spengler.»

Ein Versuch, das Notwendige mit dem Angenehmen zu verbinden.

Martin Kreutzberg
Mit Dank an Theres Lutz