Der Architekturwettbewerb

Im Juni 1912 setzte die Gemeindeversammlung der evang.-ref. Kirche Fluntern eine Baukommission für den Neubau ihrer Kirche ein. Im November 1913 schrieb diese einen Wettbewerb für den Bau aus. Bis zum April 1914 gingen 92 Entwürfe ein. Das Preisgericht der Baukommission vergab keinen ersten Preis, jedoch zwei zweite und zwei dritte Preise für die Entwürfe:
«Stadtkirche» von Pestalozzi & Schucan
«Eine feste Burg» von Müller & Freitag
«Im Bluescht» von Knell & Hässig
sowie an den von Curjel & Moser.
Am 18. November 1915 entschied sich dann das Preisgericht einstimmig für den inzwischen massiv überarbeiteten Entwurf von Curjel & Moser und «empfahl gleichzeitig, diesen Architekten den Auftrag zu Schaffung eines Bebauungsplanes für das ganze Quartier» (Fehr, Die neue Kirche Fluntern, S. 31) zu erteilen. Diesem Wunsch kamen Curjel & Moser nach. Realisiert wurde ihr Projekt – bis auf vier Häuser an der Kantstrasse – allerdings nicht.
Die Wahl der Architekten Curjel & Moser scheint ein mutiger Entscheid gewesen zu sein, denn noch 1970, also 55 Jahre später, fand es Pfarrer Sieber erwähnenswert, dass die evang.-ref. Kirchgemeinde Fluntern damals den Auftrag für ihre neue Kirche einem «katholischen Architekten» gegeben habe.

Martin Kreutzberg