Wo bleibt unser Zentrum?

Am Engagement der Fluntermer, das zu ändern, hat es nie gefehlt. Dutzende Pläne seitens der Stadtverwaltung gab es, Zusagen, gerne vor Wahlen, und immer wieder Vertröstungen. 

Der „Quartiertreff «Lokal» feiert sein Sommerfest. Mit einem prallen Programm vom Nachmittag bis in den nächsten Morgen. Und die Fluntermer kommen. In Scharen. Überall wimmelt es von Kindern. Tische und Bänke werden auf die Strasse gestellt.

Müssen sie auch, denn ein eigentliches Zentrum hat Fluntern nicht.

Nicht mehr. Aber es hatte mal eines. Am Vorderberg bei der Alten Kirche. Doch das wurde dem Verkehr geopfert. Als einen «öden Platz, auf dem die Fussgänger von Inselperron zu Inselperron hüpfen», beschrieb es die NZZ schon vor Jahren. 

Heute wird versucht, mit einem Dutzend Signalanlagen und Fussgängerstreifen sowie 54 Gebots-, Verbots- und Hinweisschildern den Verkehr dort zu bewältigen.

Richtig ernst genommen wurden die Fluntermer mit ihrem Wunsch nie.

Kein Einzelfall.

Da haben die evangelisch-reformierte Kirche, die Zunft Fluntern und der Quartierverein eine Idee: Einen Rebberg unterhalb der Grossen Kirche, genau dort, wo früher schon einmal einer war, natürlich biologisch, als Gemeinschaftsprojekt für das ganze Quartier. Erst stimmt der Stadtrat zu, dann widerruft er seinen eigenen Beschluss. Ohne die Initianten auch nur zu informieren.

In Zürich wird viel gebaut: die Europaallee oder die Durchmesserlinie. Noch mehr ist im Bau oder steht kurz davor wie das Kunsthaus. Vom Umfang weit übertroffen vom neuen Universitätsquartier. Einige Milliarden wird es kosten und besonders in der Bauphase von den Fluntermern viel Goodwill abverlangen.

Ein Quartierzentrum für Fluntern scheint da kein unbilliger Wunsch zu sein.